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#3 Berufliche Sandwich Falle

Fast 30 Jahre habe ich für ein international tätiges Großunternehmen gearbeitet. Ich war erfolgreich, anerkannt, finanziell abgesichert. Das tat mir gut!

 

Im Außen schuf ich mir ein Zuhause, Struktur und Sicherheit - im Inneren konnte ich mich dadurch alten (Negativ)Erfahrungen widmen, vielen unterdrückten Emotionen und Bedürfnissen.

 

Je weiter ich in meinen inneren Prozessen vorankam, Altes loslassen und immer mehr zu mir zurückkehren konnte, desto mehr spürte ich die Zeit gekommen, die Sicherheit zu hinterfragen, die mich mein Leben lang getragen hat. Ich wurde immer unzufriedener mit meinem Job. Und irgendwann konnte ich mir dieses Missfallen auch nicht mehr schönreden. Es war an der Zeit zu erforschen, was für eine berufliche Aufgabe wirklich zu mir gehört.

 

Vorsicht mit dem, was du dir wünschst - es könnte wahr werden

Synchronizität passiert, wenn etwas reif in einem ist und im Außen gespiegelt wird. Wir nehmen dies oft als Krise wahr, weil sich uns die Höhe- und Wendepunkte im Außen zunächst als eine gefährliche Entwicklung darstellen, die wir im Augenblick nicht bewältigen können.

Nach 2 Jahren wachsender Unzufriedenheit im Job wurde mir bewusst, dass diese tragende Säule meines Lebens auf den Prüfstand kam. Mein Außen resonierte prompt damit. Meine Firma verkündete, dass 20% der Stellen abgebaut werden.

 

Ich begriff diese Nachricht natürlich nicht als Chance. Dieser Wandel ging mir zu schnell und war überwältigend für mich. Ich hatte große Angst meine Arbeitsstelle zu verlieren. Ich kämpfte mit Widerständen in mir und sehnte mich nach der vertrauten Sicherheit zurück.

dein herz sagt dir, was richtig ist

Mir wurde jedoch bald klar, dass das, an dem ich (mich) festhalten wollte, nicht mehr existierte und nicht mehr meine Sicherheit bedeutete. Die Veränderung in meinem Leben fand längst statt. Und selbst wenn ich in der Firma bleiben würde, fühlte es sich längst nicht mehr stimmig und zu mir passend sondern ungewiss und einfach falsch an.

 

Aber "etwas" in mir sperrte sich noch. Ich wollte die Veränderung, aber am liebsten wäre ich in meiner Unzufriedenheit stecken geblieben. Sie fühlte sich so vertraut an. Mein Dilemma war gleichzeitig Komfortzone, aus der ich mich nur mit Widerstand befreien konnte. Nämlich als ich begriff, dass meine Existenzängste alt sind und mich womöglich daran hindern, meiner Sehnsucht, meinem Herzenswunsch zu folgen.

 

Das ist für mich die klassische Sandwich Position:

Von oben drückt das Alte in Form von Mustern, Anpassungen, Negativerfahrungen, unterdrückten Emotionen.

Von unten "drückt" die Sehnsucht nach Befreiung, Selbstbestimmung, Lebenskraft, Leichtigkeit, Lebensfreude!

 

In dem Moment, als ich mich frei entscheiden konnte, habe ich eine große Erleichterung und tiefe Befriedigung gespürt.

Alles in mir wusste – es ist richtig! Mein großer Wunsch andere Menschen so zu begleiten wie ich es selbst als Schlüssel in meinem Leben erfahren habe, war nicht länger nur ein Gedanke. Und gleichzeitig war der Moment reif, in dem Fähigkeiten in mir reflektiert wurden, die ich bis dahin gar nicht oder nur getrennt voneinander wahrgenommen hatte.

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